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Manchmal haben meine Kolleginnen in Holland erzählt, wie hart es ist, umziehen zu müssen und dass sie monatelang unter Heimweh gelitten hätten. Aber ich muss sagen, ich bin seit zwei Wochen hier und es fehlt mir an nichts. Ich bin schon jetzt sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, als ich dem Sepp hierher gefolgt bin.

Ich fühle mich so wohl hier in Österreich – meine neuen Kolleginnen haben mich herzlich aufgenommen und gleich akzeptiert – eh klar, hier herrscht auch kein solcher Konkurrenzdruck!

Schöne Aussichten und angenehmes Arbeitsklima

Es gibt genug Platz für alle und wir können uns auf der Wiese aus dem Weg gehen, wenn wir uns doch mal gegenseitig nerven. Und dazu kommt die wunderbare Aussicht von der Weide aus. Ich genieße den Blick auf die sanft geschwungenen grünen Hügel um uns her und freue mich jeden Morgen beim Aufwachen auf den neuen Tag in meiner neuen Heimat.

Alle hier sind durch diese Arbeitsbedingungen entspannter und nehmen auch eine Fremde wie mich gerne auf. Außerdem kennt der Sepp uns alle persönlich! Ich merke erst jetzt, wie sehr es mich bedrückt hat, in einem anonymen Großkonzern zu arbeiten, indem man froh ist, wenn man die Kollegen aus seiner Abteilung kennt.

Arbeitgeber mit Überzeugungen

Von meinen Kolleginnen musste ich aber leider erfahren, dass auch unser Unternehmen einem steigenden Druck durch die europäische Milchpolitik ausgesetzt ist:

Bisher wurde der Milchpreis durch eine Quote für die Liefermenge stabil gehalten, aber eben diese wird jetzt erhöht, so dass Großbetriebe nun den Markt mit ihrer billigen Milch überschwemmen können. Und da muss man sich schon bewusst sein, dass diese großen Mengen Milch natürlich unter nicht so angenehmen Bedingungen für die Kühe, und vor allem mit Gentechnik-Futter, produziert werden.

Sinkender Milchpreis bedroht meine Idylle

Bei der Vorstellung, dass der Sepp wegen des sinkenden Milchpreises seinen Hof aufgeben muss, wird mir ganz angst und bange. Das würde er, glaub ich, nicht verkraften. Schon in den zwei Wochen, die ich jetzt da bin, ist mir klar geworden, wie sehr er an seinem Hof hängt. Und einfach nochmal soviel Kühe her tun, um konkurrenzfähig zu bleiben, dass bringt er genauso wenig übers Herz!

Na, wir geben unser Bestes und hoffen einfach, dass wir schließlich alle mit unsrer leckeren Milch überzeugen können – schließlich kriegen wir vom Sepp auch nur gentechnikfreies Futter und da bin ich sicher, dass das besser für uns und für alle Milchtrinker ist.

 

Muh!

Eure Frederijke

 

 

 

letztes Update: 11.09.2009 17:34
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