Hinweis: Für eine korrekte Darstellung der Seite muss Javascript aktiviert sein
Gentechnik und soziale Folgen
Gentechnisch veränderte Pflanzen sind auf die industrielle Landwirtschaft zugeschnitten. Das bedeutet, auf Monokulturen und nicht auf eine kleinräumige Landwirtschaft, die der Weltlandwirtschaftsrat als unabdingbar für eine nachhaltige Landwirtschaft definiert. Die Folge: Wo früher Farmer ihre eigenen Felder bebaut und sich selbst versorgt haben, sind sie heute von Großkonzernen – wie etwa Monsanto – abhängig.
Patente: Kontrolle über die Nahrungsmittelproduktion
Der Markt für gentechnisch verändertes Saatgut befindet sich zu fast 100 Prozent in den Händen von sechs weltweit tätigen Konzernen: den US-amerikanischen Unternehmen Monsanto, DuPont/Pioneer und Dow AgroScience, Syngenta mit Firmenzentrale in der Schweiz und den deutschen Konzernen Bayer CropScience und BASF Plant Science. Der Markt für gentechnisch verändertes Saatgut umfasst ein Volumen von 5,25 Milliarden US-Dollar; weltweit wird Saatgut im Wert von etwa 25,2 Milliarden US-Dollar gehandelt. In diesen Zahlen nicht enthalten ist das Saatgut, das Landwirte durch Nachbau gewinnen und untereinander tauschen. Schätzungen zufolge macht der Nachbau etwa vier Fünftel des weltweiten Saatgutmarktes aus.
Ein einziger technischer Schritt – der Einbau eines oder mehrerer Gene – ermöglicht die Aneignung einer Vielzahl von Pflanzenarten. So umfasst das Patent EP546090 von Monsanto 18 Pflanzenarten, die eine Resistenz gegen das firmeneigene Herbizid Roundup enthalten. Der Patentschutz ist weitaus umfangreicher als klassischer Sortenschutz: Er umfasst neben Saatgut und Pflanze auch deren Nachkommen und Ernteprodukte. Für Landwirte heißt das: Sie können nicht mehr allein über Anbaumaßnahmen, den Einsatz von Spritz- und Düngemitteln, Umgang mit der Ernte und Vermarktung entscheiden.
Wenn sechs große Konzerne die Macht über unser Saatgut haben, kontrollieren diese unsere Nahrung. Menschen müssen essen. Es geht um nichts weniger als um die Kontrolle der Lebensgrundlagen.
Bauern und Bäuerinnen verlieren Unabhängigkeit
Bei gentechnisch veränderten Pflanzen ist eine Saatgutvermehrung oft nicht erlaubt. Die Landwirte müssen jedes Jahr das patentierte Saatgut neu kaufen. Bäuerinnen und Bauern geraten so in eine totale Abhängigkeit, verschulden sich und verlieren die Möglichkeit zur Selbstversorgung. In Indien führte dieser Zustand dazu, dass sich hunderte BaumwollerzeugerInnen jährlich das Leben nehmen. Wer patentierte gentechnisch veränderte Pflanzen ohne Genehmigung anbaut, macht sich kriminell. Selbst wenn ein Feld von Gentech-Pflanzen kontaminiert wird, können Gentech-Firmen auf Patentverletzung klagen - wie im Fall von Percy Schmeiser.
Gentech-Pflanzen sind keine Lösung für den Welthunger
Alle gentechnisch veränderten Pflanzen, die sich bisher auf dem Markt befinden, sind auf die industrialisierte Landwirtschaft in den reichen Ländern des Nordens zugeschnitten, nicht auf regionale Bedürfnisse und kleinbäuerliche Strukturen der armen Länder des Südens.
Gentechnik versucht sich eigentlich nur als Problemlöser für Landwirtschaft mit großflächigen Monokulturen. Um möglichst hohe Erträge zu erwirtschaften, müssen Unkräuter, Insekten, sogenannte Schädlinge und Pilzbefall bekämpft werden; Umweltaspekte spielen keine Rolle.
Durch herbizidresistente Pflanzen wird die Bewirtschaftung von Monokulturen einfacher und bequemer. Die Ackerflächen werden beliebig mit dem jeweiligen Pflanzengift besprüht, die Genpflanze überlebt, alle anderen Pflanzen und Unkräuter sterben. Über drei Viertel der weltweit angebauten gentechnisch veränderten Pflanzen sind herbizidresistente Pflanzen.
Solche Pflanzen erfordern ein Anbaumanagement und setzen in der Regel einen hohen Mechanisierungsgrad voraus – alles Bedingungen, die in Entwicklungsländern nicht gegeben sind.
Die Firmen, die gentechnisch verändertes Saatgut anbieten, wollen damit Gewinne erwirtschaften. Der Hunger, der das Ergebnis gesellschaftlicher und politischer Missstände ist, wird durch diese Technologie nicht beseitigt werden.
WIR HABEN GENTECHNIK SATT!
| Unterstützen Sie uns jetzt mit Ihrer Unterschrift! |
Mehr zum Thema Gentechnik:















